Die Geschäfte des Werner Faymann
20. Juli 2008
SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann ist der Großmeister des Outsourcing. Und zwar des Outsourcings von Politik aus der Politik. Wobei es dabei, so die Faymann´sche Logik, nur einen Gewinner gibt: Werner Faymann selbst.
Wie man zu eigenen Gunsten Politik aus der Politik auslagert, hat Faymann nicht nur mit dem legendären Brief an den Herausgeber der „Krone“ unter Beweis gestellt. Das hat bei ihm System. Der Raumplanungsexperte Reinhard Seiß schildert dazu in seinem lesenwerten Buch „Wer baut Wien? Hintergründe und Motive der Stadtentwicklung Wiens seit 1989“ (Verlag Anton Pustet, 2007) einen symptomatischen Fall. Die Wiener Wohnbaupolitik hat sich unter Wohnbaustadtrat Faymann durch die Auslagerungsstrategie wichtiger Geschäftsbereiche mehr als andere Ressorts der politischen Kontrolle entzogen. Die Auslagerungsstrategie hat vor allem den „Nebeneffekt“, politische Gegengeschäfte tätigen zu können. Seiß illustriert dies an folgendem Fall: Das Wohnservice Wien (55%ige Tochter des Wohnfonds, 45% hält die Stadt) bezog 569 Quadratmeter im Erdgeschoss des Media Tower, dem Sitz der Verlagsgruppe News – angeblich, ohne Alternativen zu diesem Standort erwogen zu haben. Die ortsüblichen Mieten liegen dort bei
15 Euro pro Quadratmeter. Das Wohnservice zahlte allerdings 31,60 Euro pro Quadratmeter und Monat – und damit jährlich um 72.000 Euro zuviel, so Seiß.
Die Miete wurde übrigens für 12,5 Jahre voraus ohne jegliche Abzinsung bezahlt. „Kein normaler Mensch würde einen solchen Vertrag unterschreiben“, zitierte der Standard einen Immobilienexperten. Faymann erfreut sich laut Kritikern einer „auffallend wohlwollenden Berichterstattung im Wochenmagazin NEWS“, heißt es im Buch von Planungsexperten Seiß. Noch Fragen?
Werner Faymann versteht es, gute politische Geschäfte in eigener Sache zu machen. Auf Kosten der Steuerzahler. Auf Kosten der politischen Kultur.













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