Wer setzt dem ORF die “Krone” auf?
26. August 2008
Ein angeblich nicht fertig gewordener und daher nicht gesendeter Beitrag der ZiB2 zur Rolle der „Krone“ im Wahlkampf hat in den vergangenen Tagen für viel Kritik am ORF gesorgt. Der Beitrag wurde schließlich doch gebracht.
Dafür ist der ORF-Redakteursvertretung zu danken – denn sie hat die offensichtliche SPÖ-Intervention auf´s Tapet gebracht. Wer in diesen Tagen mit Redakteurinnen und Redakteuren des ORF spricht, den lässt ein Eindruck nicht los: Die ORF-Journalisten würden gerne mehr über die Rolle der „Krone“ und die beispiellose Anbiederung von SPÖ-Chef Faymann an deren Herausgeber berichten, doch irgendwer oder irgendwas hält sie davon ab.
Ich meine: Die „Krone“-Faymann-Connection ist ein Prüfstein für die öffentlich-rechtliche Qualität des ORF und damit für die ORF-Geschäftsführung. Ich bin mir sicher, ein Generaldirektor vom Format eines Gerd Bacher hätte kurzfristig einen Schwerpunkt zum Thema „Macht und Medien“ ins Bild gerückt. Und dabei auch die „Krone“-Doku von Nathalie Borgers „Jeden Tag ein Boulevardstück“ gesendet. Ein Film, dessen Ausstrahlung von den ORF-Gremien bekanntlich gefordert wurde, der aber nie auf Sendung ging.
Eine ORF-Geschäftsführung mit großem Format würde sich so die Krone aufsetzen. Nicht die kleinformatige, sondern die öffentlich-rechtliche. Und vielleicht nicht damit protzen, künftig um 19.30 Uhr die amerikanische Serie „Friends“ aus den 90er Jahren parallel zur ZiB 1 zu senden. Denn das hat mit öffentlich-rechtlicher Qualität tatsächlich nichts zu tun. Politische „Friends“ verdienen hingegen viel mehr Aufmerksamkeit im ORF.













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