Utl.: Wilfried Seipel ist unbestreitbar der erfolgreichste
      Langzeitdirektor eines Bundesmuseums

   Wien (ÖVP-PK) - Inmitten einer ohne Not und mit ungenauen Vorgaben
des Ministeriums losgetretenen Debatte über die Bundesmuseen fällt
die heutige Bekanntgabe des Endes der Generaldirektion von Hofrat Dr.
Wilfried Seipel mit 31. Dezember 2008. Es steht zu hoffen, dass in
den angedachten Umgruppierungsprozessen der Rat des scheidenden
Historikers gehört wird, denn Wilfried Seipel ist unbestreitbar der
erfolgreichste Langzeitdirektor eines Bundesmuseums. Er hat den
Dienst am Publikum, also eine Bildungsaufgabe, in den Mittelpunkt
seiner eigenen Arbeit sowie der seiner Kollegen in den einzelnen
Sammlungen gerückt - und dabei nie die hohen wissenschaftlichen
Ansprüche an das zu den bedeutendsten Museen der Welt zählenden KHM
vernachlässigt.”

Seit dem Jahr 1990 begleitet Wilfried Seipel als Generaldirektor
kontinuierlichen die Reform und Modernisierung der österreichischen
Bundesmuseen. Morak: “Die Serie der von Wilfried Seipel
Großausstellungen ist legendär. Er hat in den neunziger Jahren den
Blick auf die Kunst und Kultur von vielen Ländern des Nahen und
Mittleren Ostens gelenkt - über den Jemen und Ägypten bis Iran.
Überdies gelang es ihm, in Ausstellungen in den berühmtesten Museen
der USA und Japans die kostbaren Bestände des KHM sowie das Museum
als Ziel des Kulturtourismus so bekannt zu machen wie nie zuvor. Ihm
sind die Neuaufstellung der Geistlichen und Weltlichen Schatzkammer
zu danken sowie die Einrichtung der neuen Säle mit der
Ägypten-Sammlung und mit der Klassischen Antike.”

“Wilfried Seipel hat sich als erster Partner von Minister Erhard
Busek und Ministerin Elisabeth Gehrer bei der in mehreren sorgsamen
Schritten vorbereiteten Teil- bzw. später Vollrechtsfähigkeit der
einzelnen Bundesmuseen und deren Umwandlung in Wissenschaftliche
Anstalten öffentlichen Rechts’ bewährt. Er tat mutige Schritte in das
unerprobte Terrain einer selbstständigen Geschäftsführung und hat als
erster Leiter eines Bundesmuseums seine Erfahrungen in die
Reform-Gesetzgebung eingebracht”, so Morak weiter.

“Auf Generaldirektor Wilfried Seipel kommen bis zu seinem Ausscheiden
noch große und schwierige Aufgaben zu: Die Fertigstellung der
Neuaufstellung der “Kunstkammer”, die viele Schätze aus den
Sammlungen von Kaiser Rudolf II. und Erzherzog Ferdinand II. von
Tirol birgt, aus denen das Kunsthistorische Museum hervorgegangen
ist. Er wird zudem den Besucheransturm während der
Fußball-Europameisterschaften nicht nur bewältigen, sondern auch als
Chance der Darstellung österreichischer und europäischer Kultur
nutzen müssen”, so Morak.

“Es ist zu hoffen, dass die Kulturministerin unter Einbeziehung
dieses erfahrenen Historikers die Nachfolgefrage kompetent löst,
damit dieses so erfolgreich geführte Haus auch weiterhin zu den
‚Großen’ der Museumslandschaft gehört”, schloss der
ÖVP-Kultursprecher.

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